Besser Verkaufen durch mehr Markenerlebnis im Onlineshop

Wie kann die Integration ihrer Corporate Website in ihren Onlineshop aussehen? Wieviel Markenerlebnis ist sinnvoll und welche technischen Möglichkeiten der Integration gibt es?

Markenerlebnis im Onlineshop

An der Gestaltung eines Onlineshops sind mehrere Abteilungen eines Unternehmens beteiligt. In der Regel bestimmen Marketing, Vertrieb und IT federführend darüber, welche Prozesse im Backend ablaufen sollen und wie der Shop im Frontend aussehen soll.

Dabei sind die verschiedenen Interessen der verschiedenen Abteilungen zu berücksichtigen. Gerade bei Markenshops stellt die Lösung oft einen Kompromiss dar. Aber ist der gefundene Kompromiss auch immer das bestmögliche Ergebnis?

Zielsetzung eines verbesserten Markenerlebnis im Onlineshop

Ich schaue mir bei Projektbeginn immer die Ziele des Kunden sehr genau an. Aus diesen Zielen die richtigen Anforderungen abzuleiten, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Umsetzung von E-Commerce-Projekten. Doch nicht alle Anforderungen müssen im Shop erfüllt werden. Hier ist es sinnvoll, die zur Verfügung stehenden Online Kanäle zu betrachten und eine Bewertung vorzunehmen.


Die wichtigsten Online-Kanäle und deren (Basis-)Zielsetzungen

Welche Online-Kanäle für Sie sinnvoll sind, ist je nach Branche und Angebot unterschiedlich. Welches sind die wichtigsten Zielsetzungen für ihre Online-Kanäle? Eine Übersicht könnte so aussehen:

Online-Shop und Corporate Integration Online-Shop und Corporate Integration

 

 

Etwas vereinfacht gesagt, erfolgt nun die Zuordnung der Zielsetzungen zu den Kanälen, die dafür am besten geeignet sind. Die Basis dafür sind die zur Verfügung stehenden Daten, insbesondere ein umfassendes Tracking und eine bestmögliche Kenntnis der Customer Journey.

Erste Zielsetzung des Onlineshops: Abverkauf

Für den Onlineshop, insbesondere für den B2B-Onlineshop, sollte das Hauptziel in der Regel lauten: Abverkauf. Und zwar möglichst effizient und mit einem positiven Einkaufserlebnis. In der Praxis findet hier auf Kundenseite aber gerne eine Vermischung statt. Besonders bei Markenherstellern im Fashion- oder Lifestylebereich überwiegt die Denkweise, die Wertigkeit des Produktes in den Vordergrund zu stellen. Hier gilt es, die bisherigen Erkenntnisse zu priorisieren und zu strukturieren. Ein Ergebnis könnte so aussehen:

B2C-Shop

  • Abverkauf
  • Verkaufsförderung (Sales-Aktionen, Recommendations, KI)
  • Steigerung des Customer Value (Kundenbindung)
  • Neukundengewinnung (SEO, neue Zielgruppen)
  • Gewinnung von Kundeninformationen (Einkaufsverhalten, Tracking)

B2B-Shop

  • Abverkauf (schnell finden und schnell bestellen)
  • Verkaufsförderung (Sales-Aktionen, Recommendations, KI)
  • Steigerung des Customer Value (Kundenbindung, z.B. gute Onsite Service-Angebote)
  • Gewinnung von Kundeninformationen (individuelles Einkaufsverhalten, Tracking, KI)

Corporate Website

  • Einzahlen auf Markenwert
  • Neukundengewinnung (Content Marketing, SEO)
  • Kundenbindung
  • Investor Relations, Presse-Informationen, HR

Blog

  • Neukundengewinnung (Content Marketing, SEO)
  • Kundenbindung (Kommunikation, Information)
  • Markenkommunikation

Newsletter

  • Kundenbindung
  • direkte Verkaufsförderung (Sales- und Marketing-Aktionen)
  • Gewinnung von Kundeninformationen, Einkaufsverhalten (Rückkanal)
  • Einzahlen auf Marke

Ausserdem: Social Media Kanäle, SEA, SEO, Affiliates, Marktplätze, PR, Kooperationen, …


Technische Möglichkeiten der Corporate Website Integration

Welche technischen Möglichkeiten gibt es, um Corporate Website und Onlineshop zusammenzuführen? Vereinfacht gesagt, gibt es 4 Möglichkeiten:

  • Stand-Alone
  • Verknüpfung
  • Nahtlose Integration
  • Shop-eigenes CMS

Stand-Alone

Der B2B-Webshop agiert als Stand-Alone-Shop.

  • Onlineshop bietet die volle Funktionalität eines Shops
  • Die Navigation wird aus den Kategorien/Produktlinien gebildet
  • Besucher wird direkt zu den Produkten geleitet
  • einfache Informationsseiten im Shop (z.B. AGBs, Über uns, Impressum, …)
  • Landingpages im Shop (Produktlisten und Content)
  • Gestaltung nach CI-Vorgaben
  • Corporate Website ist separates System

Verknüpfung

B2B-Onlineshop ist mit der bestehenden Corporate Webseite verknüpft.

  • Verlinkung in Navigation
  • Shop auf eigener Seite mit eigener URL oder Subdomain
  • Gemeinsames Menü

Nahtlose Integration

Shop und Webseite werden zu einem System vereint.

  • Corporate Webseite mit voller Funktionalität
  • zusätzlich alle Funktionalitäten eines Shops (User merken nicht, in welchem System sie sich gerade befinden)
  • Gemeinsames Menü
  • Content-Elemente in beiden Systemen
  • Shop-Elemente (z.B. Warenkorb) in beiden Systemen
  • Flüssige User Experience
  • Technisch realisiert z.B. durch ein Hybridsystem aus CMS und Shopsystem über API oder fertige Connector-Module
  • Alternativ: Realisierung über Monolith (z.B. Intershop, Demandware)

Shop-eigenes CMS

Prüfen sie, ob die Anforderungen an die benötigten CMS-Funktionalitäten den höheren Aufwand rechtfertigen. Oft reicht es aus, Shop und Webseite zu verknüpfen und die integrierten CMS-Funktionen des Shop-Systems zu nutzen. Moderne Onlineshop-Systeme bieten Möglichkeiten, um Landingpages oder Informationsseiten zu erstellen und diese im Menü zu verorten.

  • volle Funktionalität im Shop
  • volle Funktionalität der Website
  • Verknüpfung: z.B. über gemeinsames Menü
  • URL-Konzept erstellen
  • Single Sign-On muss gewährleistet sein
  • Landingpages, Markenseiten, Informationsseiten lassen sich im Shop anlegen und bearbeiten.
  • SEO-Konzept, um Kannibalisierung zu verhindern

System-Infrastruktur

Eine mögliche System-Infrastruktur könnte also prinzipiel so aussehen wie im nächsten Schaubild. Für Artikeldaten und Content gibt es jeweils Lead-Systeme. Die Daten werden zentral bearbeitet und verwaltet und dann in verschiedene Systeme ausgespielt, die mit Kunden und Interessenten direkt kommunizieren:


Best Case: Metabo

Markenerlebnis im Onlineshop

  • B2C-Shop und Internationale Corporate-Webseite sind zu einem System vereint. Aktuell ist die Preiseanzeige (noch) nicht freigeschaltet.
  • B2B-Plattform separat (nexmart.de)
  • B2C-Shop wird unter CMS-Frontend ausgespielt (nur Katalog-Sicht), hier OXID-Integration in TYPO3
  • Blog in Website integriert
  • Systeme: TYPO3, OXID, Intershop

Best Case: eismann

  • Shop und Corporate-Webseite sowie Blog sind zu einem System vereint.
  • Blog und Rezeptwelt in Portal integriert
  • Kunden-Dashboard als Startseite für registrierte Kunden zeigt letzte Bestellungen
  • Systeme: Intellishop, TYPO3
  • Redirect auf Subdomain shop.eismann.de
  • Warenkorb im CMS-Bereich (Rezepte)
  • Content-Elemente im Shop-Bereich (z.B. Rezepte)
Warenkorb-Element auf allen Contentseiten
Content-Elemente auf Artikeldetailseiten im Shopbereich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Best Case: Villeroy und Boch

  • B2C-Shop und Corporate-Webseite sind zu einem System vereint, B2B-Shop ist separat und ebenfalls ein Hybrid-System.
  • Themenwelten in Portal integriert
  • B2C-Shop (nur mit Teil-Sortiment) nahtlos in Portal integriert
  • Systeme: Magento, TYPO3
  • URL: B2C-Shop in Unterverzeichnis, B2B-Shop eigene Subdomain

Fazit

Nutzen sie Online-Kanäle, um Anforderungen in dem jeweils am besten geeigneten Kanal umzusetzen. Konzentrieren sie ihre Aufmerksamkeit und Energie im Webshop darauf, die Zielsetzungen, die an den Shop gestellt werden, bestmöglich umzusetzen: Schnell finden, schnell bestellen!

Im Fokus für die technische Umsetzung sollte das positive Nutzer-Erlebnis stehen. Für dieses spielt die technische Konstellation des Systems keine entscheidende Rolle. Ein nahtloses Marken-Erlebnis beim Einkauf lässt sich auch mit einer einfacher Verknüpfung realisieren. Etwa durch ein gemeinsames Menü und einen Single-Sign-On Zugang.

Statt der Implementierung eines neuen Komplettsystems lassen sich auch bestehende Systeme (CMS und Shopsystem) verbinden. Dabei sollte bei jeder definierten Anforderung der Mehrtwert für Kunden und Nutzer im Mittelpunkt stehen.

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